Öko-Wein liegt im Trend. Immer mehr Winzer setzen auf biologische Weinproduktion. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts in Mainz werden inzwischen rund 5000 Hektar Weinberge hierzulande ökologisch bewirtschaftet. Das entspricht zwar nur etwa fünf Prozent der Gesamtrebfläche. Dennoch habe sich in den vergangenen vier Jahren die Anbaufläche für Biowein fast verdoppelt. Deutschland liegt den Angaben zufolge inzwischen zusammen mit Griechenland und Italien weltweit an der Spitze.
"Bio ist mittlerweile ein Zusatznutzen, den der Verbraucher mit einkauft. Er verbindet mit dem Begriff eine höherwertige Qualität und will dadurch ein Stück weit zu einer umweltschonenden Produktion von Lebensmitteln beitragen", sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. So hätten auch Bioweine mittlerweile, wie andere Biolebensmittel auch, einen festen Stellenwert im Einkaufskorb der Verbraucher.
Im biologischen Weinanbau steht das Ziel im Vordergrund, das ausbalancierte Ökosystem Weinberg zu erhalten. Dafür wird auf alle chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel ebenso verzichtet wie auf künstlich hergestellte Dünger. Die Umstellungsphase vom konventionellen zum ökologischen Weinbau dauert drei Jahre.
Im Geschmack gibt es keinen Unterschied zwischen Bioweinen und Weinen aus herkömmlichem Anbau. Dies liegt unter anderem daran, dass sie sich in der Weinbereitung im Keller nicht voneinander unterscheiden. Von daher sind Bioweine ?Weine aus ökologisch erzeugten Trauben?.
Bioweine erkennt der Verbraucher meist an den Logos Ecovin, Bioland, Naturland oder Demeter auf dem Etikett. Bei diesen vier Verbänden kann ein Weingut seine Produktion nach strengen ökologischen Kriterien zertifizieren lassen. Der 1985 gegründete Verband Ecovin ist der größte Zusammenschluss ökologisch arbeitender Weingüter weltweit. Die 210 Mitgliedsbetriebe bewirtschaften derzeit allein etwa 1300 Hektar Rebfläche in zehn deutschen Anbaugebieten. Insgesamt sind 40 bis 50 Prozent aller Ökowinzer in Verbänden organisiert. Die übrigen Betriebe haben sich nach der EU-Norm für ökologischen Weinbau zertifizieren lassen. Ihre Weine tragen das deutsche oder das EU-Biosiegel. Bioweine sind inzwischen auch im allgemeinen Lebensmittelhandel erhältlich.
"Die Ökowinzer waren schon immer Vorreiter im Weinbau", erklärt Ernst Büscher. Viele Methoden des Ökoanbaus seien heute Standards im konventionellen Weinanbau. Dazu gehören der Einsatz von nützlichen Insekten zur Schädlingsbekämpfung, die Begrünung der Rebzeilen oder das Bemühen, das ökologische Gleichgewicht im Weinberg aufrecht zu erhalten.
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