Schweden hat sich regelrecht zur Kochnation entwickelt. Kein Wunder, schließlich bietet das Königreich eine große kulinarische Auswahl und hohes Niveau. Wild, Pilze, Lachs, Hering und Beeren gehören hier zur Esskultur - als besondere Delikatesse gelten auch die schwedischen Austern. Im Trend liegt vor allem die regionale Küche: Immer mehr Nachwuchsköche wie Magnus Ek vom Oaxen Krog oder Robert Wåhlén vom Leijontornet wenden sich wieder der Hausmannskost zu und inszenieren sie als neue nordische Küche mit modernem Touch. Zurück zu den Wurzeln könnte auch das Motto des beliebten Gourmetrestaurants Hos Pelle in Göteborg heißen. Denn das Konzept von Eigentümer Pelle Danielsson kommt an: unkompliziert, klassisch schwedisch und saisonal orientiert soll es sein – aber natürlich auf qualitativ hohem Niveau. Im typisch skandinavischen Ambiente lässt man sich Drei-Gänge-Menüs zum Fixpreis schmecken – auf Wunsch mit dem passenden Weinpaket.
Jedes Jahr am 10. Dezember kann sich ein ganz besonderes Publikum von der schwedischen Küche überzeugen. Denn dann findet das Nobelbankett in der Hauptstadt statt. Bei dem offiziellen Bankett im Stockholmer Stadthaus sind nicht nur die Preisträger, sondern auch die königliche Familie sowie prominente Gäste aus aller Welt anwesend. Als Normalsterblicher darf man sich die Nobel-Menüs der vergangenen Jahre im Restaurant Stadshuskällaren in Stockholm schmecken lassen – mit Reservierung und für das entsprechende Kleingeld.
Dass es nicht immer der weiße Alba-Trüffel aus dem Piemont sein muss, beweist Gotland: Die Ostseeinsel bietet dem so genannten Bourgognetrüffel ausgezeichnete Wachstumsbedingungen – dank kalkhaltigen Boden und mildem Herbstklima. Der Trüffelgenuss geht von Anfang Oktober bis Ende November. In diesem Zeitraum haben Urlauber in Furillen oder Ljugarn die Möglichkeit, an einer Trüffel-Safari teilzunehmen. Gemeinsam mit menschlichen und tierischen Trüffelexperten begeben sie sich an ausgewählten Plätzen früh morgens auf die Suche nach dem schwarzen Gaumenschmaus. Ihre "Ernte" können sie dann am Abend frisch zubereitet genießen.
Wer es traditionell mag, fährt zum Gänseessen in Skane. Denn der November steht in der südschwedischen Region kulinarisch gesehen ganz im Zeichen der Gans. Wie in Deutschland auch wird der 11. November als St. Martinstag gefeiert – aber vor allem sind die Gänse Anfang November besonders gut gemästet. Ein schwedisches Gänseessen ist umfangreich und sättigend und besteht aus Svartsoppa (Schwarzsuppe), einer Suppe aus Gänseblut und -brühe, die mit Gewürzen und Fruchtpürees verfeinert wird, verschiedenen Beilagen wie Innereien und Gänseleberwurst, natürlich aus der mit Äpfeln und Backpflaumen gestopften Gans, gefolgt von Apfelkuchen mit Vanillecreme als Dessert. Bekannt für sein Gänseessen ist beispielsweise "Skanörs Gästgifvaregard" in Skanör, rund 30 Kilometer südlich von Malmö. Wer sicher sein will, in den Genuss der regionalen Köstlichkeit zu kommen, sollte hier allerdings vorab reservieren. Darüber hinaus bieten auch zahlreiche andere Restaurants in Skane im November das traditionelle Gänseessen an.
Das Rezept für eine gefüllte Martinsgans hat Gekonntgekocht.de













