Jeder kennt sie, jeder liebt sie, sie ist dick, rund, geschichtet und beschwipst: Die Schwarzwälder Kirschtorte hat Tradition und ist auch international bekannt. Selbst in Afrika, Amerika und Australien ist die sahnige Verführung aus dem Schwarzwald zu haben. Wir haben das Rezept der wohl berühmtesten Torte Deutschlands.
Doch woher kommt ihr Name? Gleichen die schwarzen Schokoladenraspeln dem schwarzen Wald oder war das Kirschwasser Namensgeber, weil es im Schwarzwald hergestellt wird? Manche behaupten, sie erinnere an die Bollenhuttracht: Das Kleid ist schwarz, wie die Schokostreusel, die Bluse so weiß wie die Sahne und die Kirschen so rot und rund wie die Bollen auf dem Bollenhut. Über die Entstehung der Schwarzwälder Kirschtorte ranken sich zahlreiche Geschichten und es gibt viele Theorien, die über die Herkunft des Namens existieren. Die Schwarzwälder sind sich sicher, dass die Schwarzwälder Kirschtorte nur aus dem Schwarzwald stammen kann.
Doch Josef Keller, ein Konditor aus Radolfzell, behauptete, im Jahre 1915 im Caféhaus Ahrend (heute Agner) in Bad Godesberg erstmals eine Schwarzwälder Kirschtorte gebacken zu haben. Ganz zweifelsfrei lässt sich das nicht nachweisen – seine Torte war nur „einstöckig“ und somit höchstwahrscheinlich ein Vorläufer. Nach seiner Militärzeit in Bad Godesberg führte Keller in Radolfzell eine eigene Konditorei. August Schäfer lernte bei ihm. Sein Sohn Claus Schäfer ist heute Chef des Triberger Cafes und besitzt das Originalrezept von Josef Keller, was Keller seinem Vater damals gegeben hat und nach dem heute noch dort gebacken wird
Die Kombination der Füllung war jedoch im Südschwarzwald schon früh bekannt. Bauersfrauen kochten Süß- und Sauerkirschen, die im Überschuss aus der Ernte vorhanden waren und mischten sie mit Rahm, den sie aus der Milch abschöpften. Dazu träufelten sie Kirschwasser und es entstand die Schwarzwälder Creme, ein Dessert. Das Schwarzwälder Kirschwasser ist ein aus fruchtigen Schwarzkirschen hergestellter Brand, das bekannteste und begehrteste unter den Schwarzwälder Wässern. Der Name „Schwarzwälder Kirsch“ ist ein Gütesiegel und gesetzlich geschützt. Ein Kirschwasser darf nur dann als „Schwarzwälder Kirschwasser“ bezeichnet und vertrieben werden, wenn es - östlich der Bundesstraße 3 - im Schwarzwald aus Kirschen dieser Region hergestellt wurde.
Die Schwarzwälder Kirschtorte ist und bleibt ein Synonym für den Schwarzwald und sie ist – neben Bollenhut, Kuckucksuhr und Schwarzwälder Schinken – eine wichtige und weltweit bekannte Botschafterin für die beliebte Ferienregion. Am besten schmeckt sie natürlich vor Ort: Sie wird in nahezu jedem Cafe und Hotel im Schwarzwald angeboten und gern bestellt. Äußerst beliebt sind auch spezielle Kurse, in denen Interessierte in die Geheimnisse der Herstellung einer Schwarzwälder Kirschtorte eingeweiht werden z.B. im Hotel Hirsch in Enzklösterle, Café, Bäckerei, Pension Estenfeld in Fiedenweiler oder Erichs Schnapshäusle in Feldberg-Bärental.
Alle zwei Jahre wird ihr zu Ehren in Todtnauberg ein Festival veranstaltet. Professionelle Zuckerbäcker und Hobbykonditoren stellen ihre Kreationen aus Sahne, Biskuit, Kirschen, Schokolade und Kirschwasser vor. Das nächste Festival findet im Jahre 2012 statt.
Bäcker- und Konditormeister Eberhard Holz aus der Schwarzwälder Schokoladenmanufaktur Holz in Baiersbronn verrät uns sein Rezept zum Nachbacken. >>Weiterlesen
Auch nicht schlecht: Schwarzwälder Windbeutel mit Sauerkirschen - das Rezept bei Gekonntgekocht.de













